Freitag, 19. Dezember 2008

Montag 24.11.

Mein alter ehemaliger Mitbewohner Ricky Ojijo  ist in der Stadt, ist mit seiner Band auf Tour und hat nen Off-Day. Maxi bei der Arbeit besucht, der arbeitet in der Buchhandlung König im MQ. In den Buchhandlungen König hänge ich international immer noch am liebsten rum, noch lieber als in McDonalds. Udo und Boris Edelstein getroffen, den Coder/Programmierer von modul8, ins Appartment gegangen, dort hat mir Boris die neue modul8-Version gezeigt. Da konnt ich alle meine Wünsche loswerden und wieder mal was dazulernen. Dann haben wir festgestellt, daß er Freitag auch im Schnapsloch war, but we didn't remember... Wollten dann in den Adlerhof, aber der hat Montags Ruhetag, sind dann zu den zwei Liseln. Die hatten einmal mehr unglaublich große Portionen. Der Trick scheint zu sein, einfach ein normales Schnitzel zu bestellen, die Hälfte zu essen und die andere Hälfte für den nächsten Tag mitzunehmen. Schnaps getrunken (eine klassische Marille mit fester Struktur sowie Vogelbeere), dann kam Udos Freundin Sandra hinzu, die gerade in der Produktion bei einem Film mit Helmut Berger über schwule Nazis zu tun hat. Im Moment sei sie damit beschäftigt, für Helmut irgendeine besondere französische Kerze zu besorgen. Helmut Berger hatte auch schon alle zum Essen in seiner Suite eingeladen, er hat allerdings nur dabei gesessen und zugeschaut, da Helmut Berger nur alleine isst. Das Essen wurde für ihn warm gehalten und später serviert. 
Nunja, Boris war der Schnaps auf jeden Fall nicht stark genug, also sind wir weiter ins Wirr auf der Burggasse. Da machten wir dem Namen der Location alle Ehre und haben diesmal Birnenschnaps getrunken. Dann weiter ins Donau, wo Lizzy a.k.a. VJ Novemba arbeitete. Vodka getrunken. Wieder einmal beeindruckende Installation von Lichttapete. Melissa und Kroot sind noch vorbei gekommen, dann noch Ricky. Und Vodka auf Eis und 4 Roses ohne. 

Samstag 22.11.

Aufgestanden, einmal mehr, direkt ins Käuzchen gegangen, Kotelett gegessen. Waage versteckt und dann mit Eva und Gerry nach Wels gefahren, das ist kurz hinter Linz. Bereits auf dem Hinweg fing es richtig derbe an zu schneien. Auf der Housetec-Party aufgetreten mit munter Video. Das war ne Riesenbühne, grosses Video-Setup, aber leider viel zu wenig Leute. Lag wohl am Wintereinbruch oder etwa doch am Lineup? Auf dem Rückweg mit 50 km/h über die Autobahn wegen tight geschlossener Schneedecke kurz in Linz angehalten (falls man vorher von Fahren sprechen konnte), weil Freunde von Eva und Gerry Geburtstag feierten. Das fand statt im Vanilla, eine Mischung aus Schickimicki, Mafia und Möchtegern-Jetset. So soll dann auch meine Biographie heißen: "Kerben Grippe. Ein Leben mit Schickimicki, Mafia und Möchtegern-Jetset". Geschrieben natürlich von einem Ghostwriter. Mir geht ja schon ein Blog auf die Nerven... Nunja, Gerry hatte dort, im Vanilla, ein Flatscreen-Panorama quer durch den kompletten Laden aufgebaut. 40 Screens oder so. Da mußte ich aus lauter Ehrfurcht erstmal ganz viel Vodka trinken. Langsam komme ich mir vor wie Jerofejews Alkoholiker auf meiner ganz persönlichen Reise nach Petuschki. Zur Erinnerung: das war der Kerl, der volltrunkenes Zugfahren zu einer surrealistischen Kunstform erhoben hat. Morgen ist Sonntag. Und nix weiter.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Freitag 21.11.08

Manöverkritik gestern Nacht: Also in der Camera gewesen, Location besichtigt. Trinkenderweise. Das geht die Treppe runter, ein Laden wie es ihn in jeder Stadt gibt, das Interieur "war schon immer so". Ist wohl einer der ältesten Clubs Wiens. Gerry war das letzte mal vor 24 jahren dort. Moment. Das lassen wir uns auf der Zunge zergehen... vor 24 Jahren???!!!!????!!!!!!!. Ok, reicht.
Dann weiter auf eine Vernissage, Udo von Vms getroffen. Natürlich war ich viel zu spät, Vernissage vorbei, aber sie haben uns trotzdem noch ein paar Flying Fladen warm gemacht (Fladenbrot mit Schinken, Käse, Pepperoni), Marillenschnaps dazu getrunken. Ja, ja, ich weiß. Dann weiter mit Udo auf´s Badeschiff, diese Vj-Girls besuchen. Lisa wegen Gästeliste rausgeholt, mach ich immer gerne, dann rein in die Neurave-Party, war wirklich der älteste dort, neben der Musik. Vodka Redbull hat mich dann zu 80er Musik tanzen lassen, verleiht ja Flügel. Und der Vodka lässt vergessen. Eine gute Mischung...  auf einmal war´s 6 Uhr morgens.

Nunja, bin dann irgendwann aufgestanden und hab mich mit Jan Lauth getroffen, weiter an der Organsitaion des richtigen Beamers gearbeitet. Gibt ja immer was zu tun hier. Noch keinen Beamer gefunden, aber ein neues Restaurant: das "Käuzchen". Ein uralter, linker Studentenladen, gewohnt gutes, billiges Essen. Wochenmenü 5,50,- inkl Vorspeise und Nachtisch. In klein 3,50,- ohne Vor- und Nachspeise 4,50,- oder extra grosse portion für 6,50,-. Herrlich, diese Preiskultur hier. Dann weiter ins Schnapsloch...
(...)
.........................puhhhh.............."ja, nee, nehm noch einen... wenn's sein muß".....
(...)
Maxi getroffen, er ist allerdings mit Daniel Richter weitergezogen. Schön, daß man das mal so lapidar nebenbei erwähnen kann. Geht in Köln ja nicht. Was soll man denn da schon sagen? "Toller Abend, habe diesen Soapstar, dessen Name mir partout gerade nicht einfällt, im Clubklo gesehen, weiß aber nicht, ob er das wirklich war"?
Nuja, 1-2 stunden Video gemischt, zuerst mit nem Wiener Dj, der nicht aufgehört hat, über musik zu reden. Das sollte als unhöflich gelten, wenn man mich fragt. Man redet beim Essen ja auch nicht über Kochrezepte. Oder etwa inzwischen doch? Aber der Kerl hat nicht mehr aufgehört zu reden. Wahrscheinlich steht er gerade in einem leeren Club und redet mit der Wand. Der Wiener an sich ist unheimlich mitteilungsbedürftig, wie mir manchmal scheint. Dann hat Mark noch für eine Stunde aufgelegt. Dann Computer ausgemacht und auf's Schnapstrinken konzentriert. Kalalalalaschnikow ist immer eine gute Wahl. Schlußendlich hat Melisse of chicks-of-speed-fame aufgelegt. Da mußte ich zusammen mit Kroot eine Tanzperformance hinlegen, ging nicht anders. Sound:frame's Eva Fischer war auch noch da, doch sie wurde meines Erachtens ein wenig  schräg angeschaut, als sie ein Vodka Redbull bestellte. Ja, man sollte schon einschätzen können, was man wo trinkt, höhöhö. Um vier Uhr waren schließlich alle dermaßen besoffen, daß ich die letzte Chance für einen mehr oder minder geordneten Rückzug ergreifen musste.







Donnerstag 20.11.08

Weitere Papiere geholt und ins Kaffehaus gegangen. Apfelstrudel von der To-Eat-Liste gestrichen.
Sah aus wie in einem riesigen Wohnzimmer dort, überall altes Geschirr und Laptops (was macht der Wiener ohne Wireless?), Bratwurst gegessen, Schokoladenschnaps, Vodka und Zitronen gekauft, ins Studio geschlüpft und Kalaschnikows angemixt (dunkler Schokoladenschnaps ohne Milch mit Vodka und Zitronensaft). Zwei davon fühlen sich an wie ein Abend auf dem Weihnachtsmarkt. Naja, gleich gehts zum Club Camera, Eva und Gerry treffen, die Location besichtigen. Danach zur Vernissage, dann mal schauen... Übrigen: letztens einer so... "Warum schreibst du eigentlich soviel über Alkohol? Bist du Alkoholiker? Hast du keinen normalen Job? Einen ehrlichen? Ist das nicht amoralisch?". Hätt ich jetzt viel zu sagen können, von wegen "Ehrlichkeit" und so, aber ich meinte nur: "Das kommt halt immer am besten an. Muß sich keiner mit auseinandersetzen. Kennt ja jeder." Und wer's nicht kennt, möchte ich hinzufügen, der kann mir mal gestohlen bleiben.

Mittwoch 19.11.08

Aufgewacht, Kroot war dran. Also erstmal ins Schnapsloch gegangen. Was das Schnapsloch eigentlich ist? Is ne Bar, nee, ne Kneipe, naja, is halt ein Raum mit nem Tisch und vielen, vielen Schnapsflaschen. Führt bei Überfüllung gerne auch zu sprachlicher Verwahrlosung. Also direkt erstmal einen getrunken, Birne, gegen die Saukälte hier.
Zu Vms gefahren, ähh... spaziert, Udo, Woolfy und den Wolf getroffen (der kleine Peter ist grad in Reha), Jugendgetränk getrunken, Beamer, Edirol P10 und Kabel geholt... Vms ist und bleibt eine Hightech Hippie Truppe! Dann weiter in einem Papierladen Aquarellpapier gekauft. Jan vom v-port getroffen. Melange getrunken, ins Studio gegangen, geraucht und geredet.
Viel geredet, viel geraucht. Wenn die Wiener nämlich was mögen, dann ist es ihr Schnitzel und das Rauchen. Da scheint dann auch die zum Klischee geronnene, alteuropäisch-morbide Melancholie durch, die man den Wienern so gerne andichtet, sich im Verweigern des Nichtrauchens allerdings klar äußert. Finde ich zumindest.
Jan hat erzählt, wie er seine Kindheit in dem Innenhof des Museumquartiers vor meiner Haustür verbracht hat. War in den 80ern ein Punktreff. Also wie Düsseldorf, bevor es inakzeptabel wurde. Außerdem: Neid ist immer angebracht, wenn man echte Großstädter trifft, die ihre Kindheit eben nicht in Trabantenstädten verbracht haben, denen selbst die Bezeichnung "Dorf" noch als zu romantisierend gelten müsste.
Punkt ist: Man musste die Gebäude hier nicht mal besetzten, man hat einfach drin gewohnt. So viel Platz gab's. U.N.G.L.A.U.B.L.I.C.H.
Habe dann die Photobeschichtung angerührt, den Dreisatz fürs Mischverhältnis angewandt, dann Stolz verspürt über die Kenntnis des Dreisatzes. Schließlich das Papier bestrichen und mit dem Projektor belichtet. Verschiedene Beschichtungen und Zeiten ausprobiert.
Also ich sag mal: Technik funktioniert, aber der Beamer (nec NP40) ist nicht der richtige, der UV filter ist zu stark. Ich brauchen nen alten Röhrenbeamer mit hohem UV anteil.
Gibt wohl verschiede ältere im MQ... ausprobieren. Schön, daß die alternative Kulturindustrie auch mal nicht der Technik hinterhetzt.

Mittwoch, 26. November 2008



Dienstag 18.11.08

Merke: Wiens Taxifahrer sind noch beschissener als die Kölner. Nur mal so am Rande.
Die Ausstellung im MQ hat jetzt übrigens einen Namen: Electric Avenue. Eddy Grant ist immer noch einer der Größten, da gibts keine Diskussion drüber. Habe dann die Handouts für die Ausstellung angelegt, 30 Ausdrucke im Copyshop gemacht und schlußendlich im MQ positioniert. Jetzt, ja jetzt bin ich offiziell. Zurück in die Wohnung, zurück ins Netz, Chemikalien für ein Fotoprojekt recherchiert (Cyanotypie), welches ich so im Vorübergehen in Angriff genommen habe. Bissige Kälte draußen, also Handschuhe und Mütze an, ab zum Naschmarkt, Käsegriller scharf und süß essen, Falafel, Hommos, ägyptische Oliven, Ciabatta kaufen, für den Gobalgourmet in mir. Im Chemieladen hats auch so gerochen, wie Chemie, doch die freundliche Dame am Tresen erklärte mir, daß alles, was man in so einem Säckerl bekäme, nicht gefährlich sei. Damit war die Einkaufstüte gemeint. 
Zurück ins Studio, auf den MQ-Direktor und Vorstandsausschuß warten. Kamen mit zwölf Leuten. War ein bißchen wie: "Ja, hier sind wir nun im Künstlerstudio 501, das ist unserer Künstler aus... wo kommen Sie nochmal her? ah, jaja, Köln, soso. Was machen Sie denn so und waren Sie schon Punsch trinken?" Die Szene ist überall gleich.
Den geforderten Punsch habe ich mir dann aber auch gleich genehmigt, gibt's in Apfel Zimt, Marille, Kinder, Klassisch, Waldbeere, Orange/Feuerzangenbowle-Mischung, und es handelt sich schlicht und ergreifend um... Glühwein.
Dann noch schnell zu den zwei Liserln, doch selbst das Kinderschnitzel war zuviel. Mußte ich mir zum Mitnehmen einpacken lassen. In Köln leiste ich mir erstmal eine Magenverkleinerung. 

Montag 17.11.08

Heute ist es soweit, heute ist Tourismus-Tag. Da komme auch ich nicht dran vorbei. Also hin zu den Sehenswürdigkeiten Wiens, Fussgängerzonen mit 15-Meter-Kronleuchtern und so. Ja. Ist beeindruckend. Im Stephansdom eine Kerze für meine verstorbene Oma angezündet, das mache ich immer, wenn ich in einer Kirche bin. Das hat sie nämlich auch immer für mich gemacht. Hmmm. Das macht mir ein wenig Sorgen wenn ich da genauer drüber nachdenke. Abends Bekannte aus Köln getroffen, Schnitzelessen gewesen. Ich hatte eine Kinderportion bestellt und trotzdem hart kämpfen müssen. Danach wieder im Donau gelandet (die Bar), wo, ach ne, auch der Israeli-Österreicher schon wieder war. Ich nenne ihn der Einfachheit halber einfach nur noch den IÖ. Der IÖ wollte unbedingt was "aufstellen", das habe ich zuerst nicht wirklich verstanden. Stellt sich heraus, der IÖ ist leider ein Junkie klassischen Zuschnitts, und wer etwas aufstellt, der macht etwas klar. Der checkt was, aber letztendlich auch wieder nicht.  Schnell ins Studio gegangen, Filme gesehen, nicht schlafen gekonnt. Warum. Auch. Immer.

Sonntag 16.11.08

Sonntag? Immer noch Sonntag? Nun gut, abends wieder raus (erinnert langsam an Uhrwerk Orange, das ganze Kommen und Gehen), plötzlich aber: Scheißwetter! Kalt, regnerisch, kein Mensch auf der Strasse. Da kann ich ja gleich in Köln bleiben. Unverschämtheit. Also ab in die Donaubar, drei Stunden von einem Israeli-Österreicher zugetextet worden. Bin mit drei Kilo Frikadelle am Ohr nach Hause geflüchtet. Nach Hause? Habe ich gerade "nach Hause" gesagt?

Samstag 15.11.08

Heut mal ausgeschlafen. Würde mir gerne einreden, daß ich es nötig gehabt hätte, endlich mal auszuschlafen, aber leider schlafe ich schon die ganze Woche aus. Hab ich dann ja wohl auch nötig gehabt. Danach die Wohnung verlassen, mitten im Leben gestanden, Sodbrennen gehabt (war das was mit Schnaps?), jetzt erst zu Kenntnis genommen, daß die Lebensmittel hier schon recht teuer sind. Absolutes Grundnahrungsmittel ist hier auf jeden Fall die Extrawurst-Semmel mit Gurkerl. Gleich eine gekauft, nicht die erste. Danach zum Arena Club (schon so spät?), wollte Tomte sehen, war ausverkauft. Deswegen natürlich die obligatorische kleine, unbekannte Band aus Köln gesehen, in einem anderen Raum. Deren Namen? Ähh...ja, vergessen. Waren jedenfalls voll auf Sonic Youth, was begrüßenswert ist. Dann zur Abschlußparty von Wien Modern gegangen, ein Musikfestival. Das war im Gartenbaukino, ein schöner Ort. Habe da diese estländische Tanzperformance-Künstlerin getroffen, die ich aus Berlin kenne. Großartig auch Villalog, eine Wiener Krautrock-Formation mit einem asiatischen Sänger aus Hamburg. Can anyone? Kölner stehen halt auf Krautrock mit asiatisch anmutenden Sängern. Das ist irgendwie angeboren, vermutlich. Bin dann bis 6 Uhr geblieben, mit der Bahn nach Hause, den längst angebrochenen Sonntag geflissentlich ignorierend.
Burggasse  by Kerben Grippe

Freitag 14.11.08

Liebevoll die Scheibe im Ausstellungsraum geputzt. Damit der Überblick nicht verloren geht. Interessanterweise fange ich erst jetzt an, darüber nachzudenken, was ich da eigentlich gemacht habe. Gut so. Abends direkt ins Schnapsloch, eine illegale Bar, klein, dunkel, leicht psychotisch, wie man sich ein Schnapsloch halt so vorstellt.


Donnerstag 13.11.08

Nicht ganz Freitag der 13te, aber fast. Um 18 Uhr ist Winterstart im MQ. Die Ausstellung ist vorbereitet und installiert. Wie immer weiß ich gar nichts dazu zu sagen, wenn etwas erstmal steht. Vielleicht besser so. Ich hasse Künstler, die zuviel über ihren eigenen Kram schwätzen. Das ist eine Unart, die in das 20. Jahrhundert gehört, die Ära der großen Monomanen. Das passt nicht mehr in meine Welt, die sich umerklich verändert. Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf, es ist das 21. Jahrhundert, und keiner geht hin.

Mittwoch 12.11.08

Der Track ist fertig für die finale Ausstellung im Dezember. Einen Punkt auf der Liste also so gut wie abgehakt. Diese Ausstellung im MQ bereitet mir ein wenig Kopfzerbrechen, doch ich werde wohl auf ein paar vorhandene Fragmente zurückgreifen, an denen ich kurz vor der Abreise gesessen habe. Nun muß ich das irgendwie in einen räumlichen Kontext bringen.

Dienstag 11.11.08

Mittags Essen mit den Leuten vom MQ. War sehr informativ und angenehm. Bis Donnerstag soll ich eine kleine Ausstellung für das MQ fertig haben. Das wird, einmal mehr, knapp. Vor allem weil ich mich bis jetzt nur mit Musik beschäftigt habe. Wird wohl ein work in progress werden. Bis gerade noch bei Maxi in der Kunstakademie gewesen. Heute abend lege ich im U Club auf, und wenn es danach nicht zu spät ist, gehe ich noch ins Flex, Jennifer Cardini anhören. In Köln ist heute Karnevalsbeginn, das ist ein gutes Zeichen dafür, das ich nichts, aber auch gar nichts verpasse. Insgesamt ist es doch, das merke ich immer wieder, ganz schön anstrengend, Künstler zu sein, mit dem ganzen Ausgehen, Trinken, Kunstgequatsche. Denn eines ist klar: Künstler unterhalten sich ausschließlich über Kunst, 24 Stunden am Tag. Schlafen können wir schließlich alle, wenn wir tot sein, d.h. unsere Retrospektiven laufen.


Montag 10.11.08

Musik gemacht. In der Stadt gewesen. Abends auf einer Ausstellung gewesen mit Maxi. War irgendetwas von Leuten von der Kunstakademie. Danach im Donau aufgelegt. Alte Synagoge, Visuals von Lichttapete. Hab ich gleich mal kontrolliert, was die so machen gerade. War für einen Montag überraschend voll, gar bis vier Uhr. Nur: man muß sich hier erstmal etwas an die riiiiiiiiiesigen Bierflaschen gewöhnen.

Sonntag 09.11.08

So. Ich kann jetzt wieder schreiben. Spooky war vermutlich übrigens ganz nett, nur habe ich kein Wort verstanden. Lag wohl am Raum. Ansonsten ist Sonntag, und der ist international gleich. Nix gewesen außer der vierten Staffel My Name is Earl. Die war im übrigen besser als die dritte, wo er nur im Knast ist. Kurzweilig, aber bei WEITEM nicht so gut wie die Trailer Park Boys. Die verhalten sich zu Earl wie ein Detroit Rough Cut zu einem gut ausproduzierten, aber letztendlich oberflächlichem House Track. Ähhh...ja. Morgen wieder.

Montag, 10. November 2008



Freitag 07.11.08

Musik gemacht. Abends im „Salon des Projectioniste“ aufgelegt. Dort waren viele Leute die ich kannte, Lichttapete, Fitz Fitzke, der Jan vom Museum, der Max von Housetech. War ganz nett, leider auch früh Ende, ganz ohne die Kieberer. Morgen gehe ich zu einer Lesung von DJ Spooky, mal schauen was dieses Relikt der Neunziger noch zu bieten hat. Jetzt wohl nur noch als Wortschubse unterwegs oder wie? Es ist ein Kreuz mit der Substanz, wenn doch die gesamte Botschaft offen zu tage tritt als Akzidenz. Lesende Djs gehören halt nicht zum Kanon. Heute abend gehe ich noch mit Maxi weg. Mal sehen, wann ich wieder zum Schreiben komme. Gibt es Aspirin in der Wohnung?


Donnerstag 06.11.08

Alle Sachen zum Musikmachen sind zusammen, endlich. Habe einen normalen Brot-und-Butter-Track angefangen, zum Warmwerden. Aber irgendwann muß ich mal von diesem globalen Einerlei runter und Wien reinholen. Ich weiß nur noch nicht wie. Geht das überhaupt noch, im Jahre 2008? Abends in der „Pandora's Box“ aufgelegt, die war weder voll noch leer, da hätte ich mir mehr erwartet von diesem mythischen Behältnis. Danach noch auf einer Party von der Studenten der Kunst-Akademie aufgelegt, da waren aber schnell die "Kieberer" und haben die Party beendet. Um kurz nach drei waren wir zuhause. Überall dasselbe Theater, echt jetzt.


Mittwoch 05.11.08

Mit Elisabeth Hajek getroffen, Unterlagen und Informations-Material bekommen. Vielleicht weiß ich dann mehr, über Wien, das Stipendium und das Leben im Allgemeinen, natürlich. Heute Treffen bei „4 your eye“ um den stationären Rechner abzuholen, den ich in Köln verschickt habe, und außerdem Treffen mit Jan vom MQ um Monitor-Boxen zu holen. Das Projekt-Studio, wie man das heutzutage so nennt, nimmt Form an, zumindest in meinem Kopf. Heute Abend Lokalkost mit Maxi. Der studiert jetzt nicht mehr Schauspielerei, sondern Bildende Kunst, bei u.a. Daniel Richter. Er ist aus seiner Bleibe, ein Shaolinkloster (?) in Wien, ausgezogen und sucht eine neue Wohnung. Gegessen haben wir dann im Adlerhof, da sah es aus als ob seit 1950 nichts mehr verändert wurde. Es gab Griesnockel Suppe, Schweinsbraten, Schnitzel und Klösse. Ich bin mir unschlüssig, wieviel Fleisch ich noch vertragen kann in den nächsten Tagen, aber Grenzen sind schließlich dazu da, übetreten zu werden. Fremdes Essen hilft eigentlich immer. Morgen fange ich dann mit der Musik an. Wird auch langsam Zeit, denn schließlich kommt danach der andere Kram, Fotos, Video, und so. Meine Güte, warum bin ich eigentlich jemals in die Multimedia-Falle getappt? Die Nuller Jahre... irgendwas mit Medien.

Ach ja: Heute Abend lege ich in der Bar vom Montag auf, 20 Jahre „Pandoras Box“, ein echter Hippie/ Goa/ Kiffer Laden. Das könnte eine interessante Erfahrung werden. Werde morgen darüber berichten. Der Rechner ist übrigens immer noch nicht da, muss heute noch bei DHL anrufen und nachforschen. Na ja hoffe eigentlich das er noch kommt, aber das mit den drei Werktagen stimmte nicht. Wenigstens ist das Wetter gut, strahlende Sonne und nicht kalt.

Dienstag 04.11.08

Beim verzweifelten Versuch, die Arbeit zu umgehen und ein möglicherweise inspirierendes Gefühl der Fremdartigkeit zu erlangen, habe ich mir ein wenig die Stadt angeschaut. Oder besser: bin ein wenig durch den mir unmittelbar zugänglichen Teil der Stadt herumgeshlichen. Ich hasse das Gefühl, Tourist zu sein, und nirgendwo wird das so deutlich wie beim Studieren fremder Verkehrsnetze.

Bin dann in drei Second Hand-Plattenläden gewesen, habe den „Star Wars - The Empire Strikes Back“- Soundtrack für 4,50 € gekauft, A1 Austria Telefonkarte geholt. Danach rumgehangen und gemerkt, daß ich ja gar keinen Plattenspieler im Apartment habe. Und daß Plattenläden irgendwie die McDonald's-Filialen der Subkultur sind: letztendlich immer das Gleiche. Keine gute Idee, um Wien kennezulernen. Und wie schaffen es Second Hand-Läden eigentlich, immer den gleichen Mist im Angebot zu haben? Werden alle ungeliebten Geschenke zentral verteilt, irgendwo in Europa?

Abends ist Tom von VMS ins Apartment gekommen, ich hätte dann ins Flex gehen können, aber ich habe mir lieber die Black Donnellys angeschaut. Fand die ersten drei Teile ganz gut. Was habe ich also bis jetzt auf meiner Liste? Plattenladen... abgehakt. TV-Serien... abgehakt. Fluß in der Stadt... abgehakt. Bis jetzt ist Wien wie Köln und umgekehrt. Sie nannten es Arbeit.


Montag 03.11.08

Spätestens seit heute ist es offiziell: ich reise wieder. Lang genug hat es gedauert, irgendetwas kam immer dazwischen, doch nun bin ich in Wien, seit 18:00 Uhr. Und werde hoffentlich genug Zeit und Ideen haben, um wieder in einen normalen Arbeitsrythmus zu kommen. Noch vor zwei Tagen habe ich die ganze Reise in Frage gestellt, und zwar nicht so sehr aus inhaltlichen Gründen (seit wann brauche ich eine inhaltliche Vorgabe?), sondern aus  technischen: mein verfluchter Computer hat gebrannt. Hat man das schon gehört? Ein brennendes Macbook? Schlußendlich habe ich die Festplatte retten können und mir einen Rechner von meinem Vater ausgeliehen. Ohne Rechner nach Wien, das wäre tödlich gewesen. Sorry Wien, aber mein Rechner gehört zu mir wie der Kutscher zur Kutsche. Was nicht immer heißt, daß ich nur darauf arbeite... Und wer ist jetzt bitteschön die Kutsche?

Das mir zur Verfügung gestellte Apartment habe ich inzwischen bezogen, das Klappbett schon zum Einsturz gebracht und auch entdeckt, daß es zum Glück noch ein richtiges Bett gibt. Dann Einkaufen auf der Mariahilfer Str. im Plus, der hier Zielpunkt heisst. Dann bin ich in die Bar „Pandoras Box“ gegangen, dort habe ich mich Udo und Woolfy vom VMS getroffen und Bier getrunken. Danach in den „Salon de Projectioniste“ gegangen, mit Eva und Gerry von 4 your eye und Hannes von Lichttapete getroffen und dann den Ausstellungsraum angeschaut. Auf dem Heimweg noch eine halbe Stunde an der Donau entlang gegangen. Bis jetzt ist alles wie immer. Ich glaube, ich bin noch gar nicht da, so richtig.