Nunja, Boris war der Schnaps auf jeden Fall nicht stark genug, also sind wir weiter ins Wirr auf der Burggasse. Da machten wir dem Namen der Location alle Ehre und haben diesmal Birnenschnaps getrunken. Dann weiter ins Donau, wo Lizzy a.k.a. VJ Novemba arbeitete. Vodka getrunken. Wieder einmal beeindruckende Installation von Lichttapete. Melissa und Kroot sind noch vorbei gekommen, dann noch Ricky. Und Vodka auf Eis und 4 Roses ohne.
Freitag, 19. Dezember 2008
Montag 24.11.
Mein alter ehemaliger Mitbewohner Ricky Ojijo ist in der Stadt, ist mit seiner Band auf Tour und hat nen Off-Day. Maxi bei der Arbeit besucht, der arbeitet in der Buchhandlung König im MQ. In den Buchhandlungen König hänge ich international immer noch am liebsten rum, noch lieber als in McDonalds. Udo und Boris Edelstein getroffen, den Coder/Programmierer von modul8, ins Appartment gegangen, dort hat mir Boris die neue modul8-Version gezeigt. Da konnt ich alle meine Wünsche loswerden und wieder mal was dazulernen. Dann haben wir festgestellt, daß er Freitag auch im Schnapsloch war, but we didn't remember... Wollten dann in den Adlerhof, aber der hat Montags Ruhetag, sind dann zu den zwei Liseln. Die hatten einmal mehr unglaublich große Portionen. Der Trick scheint zu sein, einfach ein normales Schnitzel zu bestellen, die Hälfte zu essen und die andere Hälfte für den nächsten Tag mitzunehmen. Schnaps getrunken (eine klassische Marille mit fester Struktur sowie Vogelbeere), dann kam Udos Freundin Sandra hinzu, die gerade in der Produktion bei einem Film mit Helmut Berger über schwule Nazis zu tun hat. Im Moment sei sie damit beschäftigt, für Helmut irgendeine besondere französische Kerze zu besorgen. Helmut Berger hatte auch schon alle zum Essen in seiner Suite eingeladen, er hat allerdings nur dabei gesessen und zugeschaut, da Helmut Berger nur alleine isst. Das Essen wurde für ihn warm gehalten und später serviert.
Samstag 22.11.
Aufgestanden, einmal mehr, direkt ins Käuzchen gegangen, Kotelett gegessen. Waage versteckt und dann mit Eva und Gerry nach Wels gefahren, das ist kurz hinter Linz. Bereits auf dem Hinweg fing es richtig derbe an zu schneien. Auf der Housetec-Party aufgetreten mit munter Video. Das war ne Riesenbühne, grosses Video-Setup, aber leider viel zu wenig Leute. Lag wohl am Wintereinbruch oder etwa doch am Lineup? Auf dem Rückweg mit 50 km/h über die Autobahn wegen tight geschlossener Schneedecke kurz in Linz angehalten (falls man vorher von Fahren sprechen konnte), weil Freunde von Eva und Gerry Geburtstag feierten. Das fand statt im Vanilla, eine Mischung aus Schickimicki, Mafia und Möchtegern-Jetset. So soll dann auch meine Biographie heißen: "Kerben Grippe. Ein Leben mit Schickimicki, Mafia und Möchtegern-Jetset". Geschrieben natürlich von einem Ghostwriter. Mir geht ja schon ein Blog auf die Nerven... Nunja, Gerry hatte dort, im Vanilla, ein Flatscreen-Panorama quer durch den kompletten Laden aufgebaut. 40 Screens oder so. Da mußte ich aus lauter Ehrfurcht erstmal ganz viel Vodka trinken. Langsam komme ich mir vor wie Jerofejews Alkoholiker auf meiner ganz persönlichen Reise nach Petuschki. Zur Erinnerung: das war der Kerl, der volltrunkenes Zugfahren zu einer surrealistischen Kunstform erhoben hat. Morgen ist Sonntag. Und nix weiter.
Dienstag, 16. Dezember 2008
Freitag 21.11.08
Manöverkritik gestern Nacht: Also in der Camera gewesen, Location besichtigt. Trinkenderweise. Das geht die Treppe runter, ein Laden wie es ihn in jeder Stadt gibt, das Interieur "war schon immer so". Ist wohl einer der ältesten Clubs Wiens. Gerry war das letzte mal vor 24 jahren dort. Moment. Das lassen wir uns auf der Zunge zergehen... vor 24 Jahren???!!!!????!!!!!!!. Ok, reicht.
Dann weiter auf eine Vernissage, Udo von Vms getroffen. Natürlich war ich viel zu spät, Vernissage vorbei, aber sie haben uns trotzdem noch ein paar Flying Fladen warm gemacht (Fladenbrot mit Schinken, Käse, Pepperoni), Marillenschnaps dazu getrunken. Ja, ja, ich weiß. Dann weiter mit Udo auf´s Badeschiff, diese Vj-Girls besuchen. Lisa wegen Gästeliste rausgeholt, mach ich immer gerne, dann rein in die Neurave-Party, war wirklich der älteste dort, neben der Musik. Vodka Redbull hat mich dann zu 80er Musik tanzen lassen, verleiht ja Flügel. Und der Vodka lässt vergessen. Eine gute Mischung... auf einmal war´s 6 Uhr morgens.
Nunja, bin dann irgendwann aufgestanden und hab mich mit Jan Lauth getroffen, weiter an der Organsitaion des richtigen Beamers gearbeitet. Gibt ja immer was zu tun hier. Noch keinen Beamer gefunden, aber ein neues Restaurant: das "Käuzchen". Ein uralter, linker Studentenladen, gewohnt gutes, billiges Essen. Wochenmenü 5,50,- inkl Vorspeise und Nachtisch. In klein 3,50,- ohne Vor- und Nachspeise 4,50,- oder extra grosse portion für 6,50,-. Herrlich, diese Preiskultur hier. Dann weiter ins Schnapsloch...
(...)
.........................puhhhh.............."ja, nee, nehm noch einen... wenn's sein muß".....
(...)
Maxi getroffen, er ist allerdings mit Daniel Richter weitergezogen. Schön, daß man das mal so lapidar nebenbei erwähnen kann. Geht in Köln ja nicht. Was soll man denn da schon sagen? "Toller Abend, habe diesen Soapstar, dessen Name mir partout gerade nicht einfällt, im Clubklo gesehen, weiß aber nicht, ob er das wirklich war"?
Nuja, 1-2 stunden Video gemischt, zuerst mit nem Wiener Dj, der nicht aufgehört hat, über musik zu reden. Das sollte als unhöflich gelten, wenn man mich fragt. Man redet beim Essen ja auch nicht über Kochrezepte. Oder etwa inzwischen doch? Aber der Kerl hat nicht mehr aufgehört zu reden. Wahrscheinlich steht er gerade in einem leeren Club und redet mit der Wand. Der Wiener an sich ist unheimlich mitteilungsbedürftig, wie mir manchmal scheint. Dann hat Mark noch für eine Stunde aufgelegt. Dann Computer ausgemacht und auf's Schnapstrinken konzentriert. Kalalalalaschnikow ist immer eine gute Wahl. Schlußendlich hat Melisse of chicks-of-speed-fame aufgelegt. Da mußte ich zusammen mit Kroot eine Tanzperformance hinlegen, ging nicht anders. Sound:frame's Eva Fischer war auch noch da, doch sie wurde meines Erachtens ein wenig schräg angeschaut, als sie ein Vodka Redbull bestellte. Ja, man sollte schon einschätzen können, was man wo trinkt, höhöhö. Um vier Uhr waren schließlich alle dermaßen besoffen, daß ich die letzte Chance für einen mehr oder minder geordneten Rückzug ergreifen musste.
Donnerstag 20.11.08
Weitere Papiere geholt und ins Kaffehaus gegangen. Apfelstrudel von der To-Eat-Liste gestrichen.
Sah aus wie in einem riesigen Wohnzimmer dort, überall altes Geschirr und Laptops (was macht der Wiener ohne Wireless?), Bratwurst gegessen, Schokoladenschnaps, Vodka und Zitronen gekauft, ins Studio geschlüpft und Kalaschnikows angemixt (dunkler Schokoladenschnaps ohne Milch mit Vodka und Zitronensaft). Zwei davon fühlen sich an wie ein Abend auf dem Weihnachtsmarkt. Naja, gleich gehts zum Club Camera, Eva und Gerry treffen, die Location besichtigen. Danach zur Vernissage, dann mal schauen... Übrigen: letztens einer so... "Warum schreibst du eigentlich soviel über Alkohol? Bist du Alkoholiker? Hast du keinen normalen Job? Einen ehrlichen? Ist das nicht amoralisch?". Hätt ich jetzt viel zu sagen können, von wegen "Ehrlichkeit" und so, aber ich meinte nur: "Das kommt halt immer am besten an. Muß sich keiner mit auseinandersetzen. Kennt ja jeder." Und wer's nicht kennt, möchte ich hinzufügen, der kann mir mal gestohlen bleiben.
Mittwoch 19.11.08
Aufgewacht, Kroot war dran. Also erstmal ins Schnapsloch gegangen. Was das Schnapsloch eigentlich ist? Is ne Bar, nee, ne Kneipe, naja, is halt ein Raum mit nem Tisch und vielen, vielen Schnapsflaschen. Führt bei Überfüllung gerne auch zu sprachlicher Verwahrlosung. Also direkt erstmal einen getrunken, Birne, gegen die Saukälte hier.
Zu Vms gefahren, ähh... spaziert, Udo, Woolfy und den Wolf getroffen (der kleine Peter ist grad in Reha), Jugendgetränk getrunken, Beamer, Edirol P10 und Kabel geholt... Vms ist und bleibt eine Hightech Hippie Truppe! Dann weiter in einem Papierladen Aquarellpapier gekauft. Jan vom v-port getroffen. Melange getrunken, ins Studio gegangen, geraucht und geredet.
Viel geredet, viel geraucht. Wenn die Wiener nämlich was mögen, dann ist es ihr Schnitzel und das Rauchen. Da scheint dann auch die zum Klischee geronnene, alteuropäisch-morbide Melancholie durch, die man den Wienern so gerne andichtet, sich im Verweigern des Nichtrauchens allerdings klar äußert. Finde ich zumindest.
Jan hat erzählt, wie er seine Kindheit in dem Innenhof des Museumquartiers vor meiner Haustür verbracht hat. War in den 80ern ein Punktreff. Also wie Düsseldorf, bevor es inakzeptabel wurde. Außerdem: Neid ist immer angebracht, wenn man echte Großstädter trifft, die ihre Kindheit eben nicht in Trabantenstädten verbracht haben, denen selbst die Bezeichnung "Dorf" noch als zu romantisierend gelten müsste.
Punkt ist: Man musste die Gebäude hier nicht mal besetzten, man hat einfach drin gewohnt. So viel Platz gab's. U.N.G.L.A.U.B.L.I.C.H.
Habe dann die Photobeschichtung angerührt, den Dreisatz fürs Mischverhältnis angewandt, dann Stolz verspürt über die Kenntnis des Dreisatzes. Schließlich das Papier bestrichen und mit dem Projektor belichtet. Verschiedene Beschichtungen und Zeiten ausprobiert.
Also ich sag mal: Technik funktioniert, aber der Beamer (nec NP40) ist nicht der richtige, der UV filter ist zu stark. Ich brauchen nen alten Röhrenbeamer mit hohem UV anteil.
Gibt wohl verschiede ältere im MQ... ausprobieren. Schön, daß die alternative Kulturindustrie auch mal nicht der Technik hinterhetzt.
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